Archiv für 8. April 2015

Kampagne zum 8. Mai

Gemeinsam mit den Genoss*innen der Falken Nürnberg, der Pension Abgrund und der Autonomen Jugendantifa haben wir zum 70. Jahrestag der Deutschen Niederlage im zweiten Weltkrieg gegründet. Wir wollen diese Niederlage feiern, den Opfern gedenken, die historischen Spezifika des Nationalsozialismus und ideologische Kontinuitäten aufzeigen.

Unseren gemeinsamen Bündnisaufruf findet ihr hier.

Wir präsentieren dazu folgende Veranstaltungen:

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Carl Specht: “Deutsche Täterdiskurse nach 1945″
4. Mai, 19 Uhr, Desi
Nach 1945 war man sich in Deutschland einig. Einige wenige Nazis hatten die Macht an sich gerissen, den 2. Weltkrieg begonnen und Millionen Menschen ermordet. Der Ottonormalbürger hatte damit nichts zu tun, hatte von nichts gewusst oder nur Befehlen gehorcht. Carl Specht zeichnet diese Diskurse nach und möchte mit diesen Mythen brechen. Stattdessen macht er die Position Stark, dass der Nationalsozialismus ein gesamtdeutsches Projekt war.

Siegfried Imholz: “Der Erhard-Mythos – ein Gemisch aus Verdrängung, Verschweigen, Schutzbehauptungen und Halbwahrheiten”
5. Mai, 19 uhr, Zentralcafe im K4
Bei Ludwig Erhard handelte es sich keineswegs um eine unbeschriebenes Blatt im Nationalsozialismus, wie später vielfach behauptet wurde. Im Vortrag erleutert der Fürther Historiker Siegfried Imholz Erhards Weg vom Opportunisten und Mittäter im Nationalsozialismus über den Blockierer von Entschädigungen für geraubtes Eigentum jüdischer Besitzer zum Protegé hoch belasteter Nazis nach

Lothar Galow-Bergemann: “Der unverstandene Nationalsozialismus”
6. Mai, 19 Uhr, Desi
Trotz der Inszenierung Deutschlands als Erinnerungsweltmeister, scheinen weite Teile der Gesellschaft nicht verstanden zu haben, was der Nationalismus wirklich war, so Lothar Galow-Bergemann, Er macht in seinem Vortrag den besonderen Charakter des Nationalismus deutlich, diskutiert, ob es sich dabei um einen Faschismus unter vielen handelt und zeigt, wie dieser auch auf heutige gesellschaftlichen Entwicklungen Einfluss nimmt.

trans*geniale f_antifa: “Vom Ghetto in die Wälder – Jüdischer Widerstand gegen Nationalsozialismus und deutsche Besatzung”
7. Mai, 19 Uhr, Zentralcafe im K4
Jüdinnen und Juden wurden in den Vernichtungslagern der Deutschen Millionenfach ermordet. Aber die jüdische Geschichte im Nationalsozialismus hat auch noch eine andere Seite. In PartisanInnen-Einheiten, bei Aufständen in Ghettos und Kzs, in der britschen Armee und in der Organisation Nakam leisteten Jüdinnen und Juden Widerstand gegen den Nationalsozialismus und forderten Rache.

Antifa-Stadtrundgang
8. Mai, 17 Uhr, Falkenturm
Wir besuchen verschiedene Ort in der Nürnberger Innenstadt, anhand deren wir historischen Spezifika des Nationalsozialismus herausarbeiten wollen. Außerdem werden wir auch Orten gehen, die eine Kontinuität von nationalsozialistischen Ideologiefragmenten im Stadtbild markieren.

8. Mai-Party
8. Mai, ab 20 Uhr, Falkenturm
Das 8. Mai Bündnis lädt ein, die militärische Niederlage Deutschlands im 2. Weltkrieg zu feiern. Unter anderem mit verschiedenen Djs, Barbeque und Solicocktailtresen.

Philipp – Kritik des Gedenkens und materialistische Erkenntnis der Geschichte
9. Mai, 19 Uhr, Projekt 31
Philipp Schweizer skizziert in seinem Vortrag, wie sich Gedenken an den Nationalismus in der BRD entwickelte. Während früher ein Gedenken ein Angriff auf das Selbstverständnis der Bundesrepublik darstellte, kommt man heute aus dem Erinnern gar nicht mehr heraus. Schweizer stellt sich dabei der Frage, wie viel Aufarbeitung und Subversion im aktuellen Erinnern finden lässt.

Filmabend: “Aufstand im Vernichtungslager”
10. Mai, 19 Uhr, Falkenturm
Gezeigt wird eine Dokumentation über einen jüdischen Aufstand im deutschen Vernichtungslager Sobibor.