…dass Auschwitz nie wieder sei

Im Rahmen der bundesweiten Kampagne “Dass Auschwitz nie wieder sei” beteiligen wir uns mit einer Kundgebung und einem Filmabend.

Kundgebung “Dass Auschwitz nie wieder sei”

Dienstag, 27.1.15, 16 Uhr, Hallplatz Nürnberg

Gemeinsam mit unseren Genoss*innen der Falken Nürnberg veranstalten wir am Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz eine Kundgebung am Nürnberger Hallplatz.

Die Shoah und die industrielle Massenvernichtung von Menschen in den deutschen Vernichtungslagern war kein historischer Unfall, keine Tat von einer kleinen Gruppe, sondern eine kollektive Tat der deutschen Volksgemeinschaft. Mit dem zentralen Vertriebenenmahnmal am Nürnberger Hallplatz werden die TäterInnen glorifiziert und deren Opfer verhöhnt. Aufgearbeitet ist die deutsche Vergangenheit nur dann, wenn deren Ursachen beseitigt sind. So lange aber immer noch eine Verdrehung von TäterInnen und Opfern stattfindet, kann von einer Aufarbeitung keine Rede sein.
Wir wollen einen ersten Schritt machen, auch wenn er nur symbolisch ist. Wir widmen dieses Mahnmal denjenigen, denen es zusteht. Eben nicht den deutschen TäterInnen, sondern deren Opfern.

Filmabend: Hannah Arendt

Mittwoch, 28.1.15, 19 Uhr, Projekt 31, An den Rampen 31

Am 27.1.1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Diesem Thema wollen wir uns bei unserem Kneipenabend im Januar widmen. Wir wollen dazu allerdings nicht nur den Opfern der Deutschen Vernichtung gedenken, sondern auch den Fokus auf die TäterInnen legen.

Dazu zeigen wir den Spielfilm “Hannah Arendt”. Dieser beschäftigt sich mit Arendts Auseinandersetzung mit dem Eichmann-Prozess in Jerusalem. Adolph Eichmann war im Nationalsozialismus Leiter des sogenannten Eichmannreferat, dessen Aufgabe in der Organisation der Judenvernichtung bestand.

“Als Hannah Arendt 1961 in Jerusalem den Gerichtssaal betritt, um für den renommierten The New Yorker über den Prozess gegen den Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann zu berichten, erwartet sie, auf ein Monster zu treffen. Stattdessen erlebt sie einen Niemand. Die geistlose Mittelmäßigkeit Eichmanns passt nicht zum abgrundtief Bösen seiner Taten. Dieser Widerspruch beschäftigt Hannah Arendt sehr. Zurück in New York liest sie hunderte Prozessakten, recherchiert, diskutiert mit ihrem Mann Heinrich Blücher und ihren Freunden. Ab Februar 1963 erscheint unter dem Titel „Eichmann in Jerusalem“ ihre Artikelserie im The New Yorker. Mit ihrer These von der „Banalität des Bösen“ schockiert Arendt die Welt. Die Reaktionen sind verheerend und niederschmetternd. Hannah Arendt wird geächtet, angefeindet, verliert lebenslange Freunde. Das Unverständnis einiger ihrer Freunde trifft sie hart, weniger die Hetzkampagnen, die zahlreiche Medien entfachen. Dennoch bleibt sie konsequent bei ihrer Haltung, sie kämpft und scheut keine Auseinandersetzung, wenn es um für sie so wichtige Themen wie Totalitarismus und Macht geht. Denn sie will verstehen. Auch wenn das bedeutet, „dahin zu denken, wo es weh tut“.”

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