Das Neueste

<< >>

Kampagne zum 8. Mai

Gemeinsam mit den Genoss*innen der Falken Nürnberg, der Pension Abgrund und der Autonomen Jugendantifa haben wir zum 70. Jahrestag der Deutschen Niederlage im zweiten Weltkrieg gegründet. Wir wollen diese Niederlage feiern, den Opfern gedenken, die historischen Spezifika des Nationalsozialismus und ideologische Kontinuitäten aufzeigen. Unseren gemeinsamen Bündnisaufruf findet ihr hier. Wir präsentieren dazu folgende Veranstaltungen: Carl […]

NÜGIDA? Läuft nicht!

Gemeinsam mit vielen anderen Gruppen und Organisationen rufen wir für den 16.2. und den 23.2. zu den Protesten gegen den Nürnberger Ableger der rassistischen PEGIDA-Bewegung auf. Kommt alle am 16.2. um 18 Uhr zum Annapark. Stellen wir uns gemeinsam den Rassist*innen entschlossen, solidarisch und kreativ in den Weg. NÜGIDA läuft nicht! Hier ist der gemeinsame […]

Flugblatt zum 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslager Auschwitz

Wir dokumentieren hier unser Flugblatt zum Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz. Nie wieder Auschwitz! Auschwitz stellt das traurige Symbol für die industrielle Vernichtung von Menschen, gerade der europäischen Jüdinnen und Juden, durch die Deutschen während des Nationalsozialismus dar. Vernichtet wurden all jene, die keinen Platz in der deutschen Volksgemeinschaft hatten, sei es, da sie als rassisch unwertiges Leben galten, […]

…dass Auschwitz nie wieder sei

Im Rahmen der bundesweiten Kampagne “Dass Auschwitz nie wieder sei” beteiligen wir uns mit einer Kundgebung und einem Filmabend. Kundgebung “Dass Auschwitz nie wieder sei” Dienstag, 27.1.15, 16 Uhr, Hallplatz Nürnberg Gemeinsam mit unseren Genoss*innen der Falken Nürnberg veranstalten wir am Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz eine Kundgebung am Nürnberger Hallplatz. Die Shoah und die industrielle […]

Vortragsmitschnitt: Grenzen der Aufklärung – Verhältnis von Antisemitismus und Antiziganismus

Vortrag im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus am 6.11.2014 im Projekt31.

„Wie die Zigeuner“ wurden Juden immer wieder in der europäischen Geschichte behandelt, und Roma sowie Sinti „wie die Juden“. Den negativen Höhepunkt fanden Antisemitismus und Antiziganismus in ihrer eliminatorischen Form in der nationalsozialistischen Vernichtung – der Shoah bzw. dem Porajmos. Während Antisemitismus sich inzwischen meist als „Israelkritik“ verkleiden muss, um Akzeptanz zu finden, ging die antiziganistische Verfolgung nach 1945 ganz offen weiter und wirst erst in jüngster Zeit kritisch diskutiert. Dass beide Phänomene nicht nur äußerliche Ähnlichkeiten aufweisen, sondern eng zusammenhängen, und warum eine Kritik des Antisemitismus wie des Antiziganismus dies beachten sollte, wird im Vortrag dargelegt und zur Diskussion gestellt.

Vorträge im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus

tmi12cNDieses Jahr beteiligen wir uns zum ersten Mail an den Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu-Antonio-Stiftung mit zwei Vorträgen. Die Vorträge finden jeweils um 18.30 Uhr in den Räumen des Selbstverwalteten Kulturzentrums Projekt 31 (An den Rampen 31, Nürnberg) statt.

06.11.2014: ”Grenzen der Aufklärung – Zusammenhänge zwischen Antisemitismus und Antiziganismus”

„Wie die Zigeuner“ wurden Juden immer wieder in der europäischen Geschichte behandelt, und Roma sowie Sinti „wie die Juden“. Den negativen Höhepunkt fanden Antisemitismus und Antiziganismus in ihrer eliminatorischen Form in der nationalsozialistischen Vernichtung – der Shoah bzw. dem Porajmos. Während Antisemitismus sich inzwischen meist als „Israelkritik“ verkleiden muss, um Akzeptanz zu finden, ging die antiziganistische Verfolgung nach 1945 ganz offen weiter und wirst erst in jüngster Zeit kritisch diskutiert. Dass beide Phänomene nicht nur äußerliche Ähnlichkeiten aufweisen, sondern eng zusammenhängen, und warum eine Kritik des Antisemitismus wie des Antiziganismus dies beachten sollte, wird im Vortrag dargelegt und zur Diskussion gestellt.

26.11.2014: ”Vom Fliegen können wollen und rechts landen müssen – Rechte Esoterik”

Was haben die “Germanische neue Medizin”, “Reichsflugscheiben” und ”Herrschaftsjuden” gemeinsam? Sie sind alle Hirngespinste rechter Esoteriker und Ideologen.
Esoterik sind wir alle schonmal in der einen oder anderen Form begegnet. Tatsächlich sind esoterische Ideen und Gedanken in mehr oder weniger harmloser Form überall auf der Welt, egal ob Entwicklungsland oder Industriestaat, weit verbreitet.
Esoterik kann jedoch brandgefährlich sein.
Der Vortrag beleuchtet die Schnittpunkte von Esoterik mit rechtsextremen Verschwörungstheorien und faschistischem Weltbild. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte der Esoterik und seinen unter anderem nationalsozialistischen und völkischen Wurzeln.
Wer war die Thule-Gsellschaft, wer sind ihre ideologischen Nachfolger und welche Rolle nimmt der Antisemitismus in Verschwörungstheorien ein?

 

Rede auf der Kundgebung zum Jahrestag der Ermordung von Enver Şimşek

enver simsekIm November 2011 kam es zur Aufdeckung der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund. Diese Aufdeckung passierte eher durch einen Zufall, als durch gezielte Ermittlungsarbeit der Behörden. Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt richteten sich selbst, Beate Zschäpe stellte sich der Polizei. Damit waren für die ermittelnden Stellen der NSU erledigt. Im zugehörigen Prozess stehen nun neben Zschäpe auch noch 4 weitere Personen vor Gericht. Insgesamt soll dort aber in erster Linie verhandelt werden, ob auch alle Angeklagten schuldig sind oder nicht. Eine Aufarbeitung passiert, wenn überhaupt, nur am Rand. Die Frage, welche gesellschaftlichen Verhältnisse überhaupt zu so etwas wie dem NSU geführt haben, werden nicht thematisiert.

Vielmehr deuten die geführten Diskurse in der deutschen Öffentlichkeit darauf hin, dass man das Thema NSU gerne möglichst schnell vom Tisch haben möchte. So wurden zwar einige Untersuchungsausschüsse bei Landesparlamenten und dem Bundestag eingerichtet, aber meist waren die Ergebnisse nichts weiter, als eine Menge Papier zu produzieren. Tatsächliche politische Folgen finden sich kaum. Die Erkenntnis, dass der NSU in Deutschland über Jahre hinweg ungestört agieren konnte, und seine Existenz unter anderem auf die nationalistischen und rassistischen Wellen im Zuge der deutschen Wiedervereinigung zurückzuführen ist, scheint vielmehr ein Schaden für das deutsche Nationalgefühl zu sein. Der Kern des NSU sind politische Kinder der Wiedervereinigung, des nationalistischen Taumels, des „wir sind endlich wieder wer“ und der Pogrome von Mölln, Solingen und Rostock-Lichtenhangen. Der NSU ist der traurige Beweis, dass der deutsche Nationalismus nicht nur ausgrenzt und subtil, durch rassistische Gesetze und Grenzregime tötet, sondern auch ganz direkt zum Tod von Menschen führt, die nicht in das Bild der weißen, mitteleuropäischen Volksgemeinschaft passen. Die Morde sind aber nicht nur ein Beweis dafür, dass Rassismus und Nationalismus tödlich sind, sondern auch eine wahrgenomme Schande für die Nation. Im geläuterten Deutschland nach 45 kann auf einmal wieder über Jahre hinweg aus völkischen Motiven gemordet werden. Als solchen will man sie sich natürlich nicht gefallen lassen. Der Komplex des NSU wird deswegen eben nicht als ein besonders krasser Ausdruck der rassistischen deutschen Mehrheitsgesellschaft analyisiert und kritisiert, sondern wird an den scheinbaren Rand des Gesellschaft, zu besonders radikalen Neonazis abgeschoben. Dabei ist man aber Blind dafür, dass eben diese Nazis doch Produkt der deutschen Gesellschaft und deren gesellschaftlicher Realität sind in denen auch CSU-Politiker die Einwanderung in Sozialsysteme bis aufs Messer verteidigen wollen und damit zum Stichwortgeber der Mörder werden. Deutschland spricht sich also frei von jeder Schuld. Die Schuld tragen die im Sinne der Nation durchgeknallten Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe, sowie eventuell ein paar Helfer, sollte das Gericht in München zu dieser Entscheidung kommen. Diese hätten eben den gesunden Patriotismus verlassen und mit ihrer Heimatliebe übertrieben.

In diesem Sinne sind auch die öffentlichen Diskurse rund um die Morde zu deuten. In den Medien war eigentlich so gut wie nie von rassistischen Morden zu lesen. Vielmehr bevorzugte die deutsche Presselandschaft das Wörtchen „ausländerfeindlich“.
Manch einer wird es für Wortklauberei halten sich an diesem anscheinend unscheinbaren Wort aufzuhängen. Aber es zeigt doch, in welchen Rahmen ein deutscher Diskurs über die NSU stattfindet, wenn man von ausländerfeindlichen Morden redet. Opfer der NSU wurden neben einer Polizistin, 9 Personen die einen griechischen, kurdischen oder türkischen Migrationshintergrund besaßen. Sie lebten im Regelfall schon Jahrzehnte in Deutschland, besaßen zum Teil eine deutsche Staatsangehörigkeit, hatten aber immer ihren Lebensmittelpunkt innerhalb der deutschen Grenzen. Wer bei diesen Morden von Ausländerfeindlichkeit redet, der eröffnet damit auch welche Bilder hierbei mitschwingen. Deutsch ist nämlich in diesem Fall eben nicht diejenige Person, die in Deutschland lebt oder einen deutschen Pass hat. Deutsch sind nur diejenigen, die von „deutschem Blut sind“. Menschen, die weiß und mitteleuropäisch aussehen. Alle anderen sind eben keine Deutschen im Sinne der Mehrheitsgesellschaft. Damit besitzt auch eben diese Mehrheitsgesellschaft ein ähnlich rassistisches Bild wie der NSU. Der NSU mordete aus völkisch-rassistischer Motivation. Seine Opfer waren diejenigen, die nicht dem entsprachen, was deutsche Neonazis für deutsch hielten. Und im Anschluss bestätigen Medien und Gesellschaft die Mörderbande nach der Selbstaufdeckung des NSU dardurch, dass mit der genau gleichen Logik argumentiert. Diese Rassitischen Denkmuster setzten sich in der skandalösen Polizeiarbeit fort, etwa indem Sonderkommissionen mit den Namen Bosporus oder Halbmond gegründet oder Angehörige kriminalisiert wurden. Der NSU bleibt nur die Spitze des Eisberges davon, was in der rassistischen deutschen Mehrheitsgesellschaft passiert. Politik, Medien, Polizei und die ganz normalen Deutschen tun ihr Übriges. Nach wie vor heißt das Problem Rassismus und Nationalismus.

Eine Aufarbeitung die auch wirklich eine solchen sein will, muss daran gehen, die Ursachen, die zum NSU führten zu beseitigen. In diesem Sinne sollte auch klar sein, dass das Themenfeld NSU nicht losgelöst, von den gesellschaftlichen Zuständen in der postnazistischen deutschen Republik kritisiert werden kann. Vielmehr ist der NSU ein Beleg dafür, dass Nationalismus und Rassismus in dieser Gesellschaft noch viel stärker bekämpft werden müssen.

 

Kein Vergeben, kein Vergessen – Aktionstag zum 14. Jahrestag der Ermordung von Enver Simsek

Am 9.9. wird, die Initiative „Das Schweigen durchbrechen“ aus Nürnberg zwei Kundgebungen im Gedenken an die Ermordung Enver Şimşek durchführen. Enver Şimşek wurde am 9.9.2000 das erste bekannte Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Während sich die Stadt hinter Phrasen und Symbolpolitik versteckt, will diese antifaschistische Initiative, zum einen an die Opfer des NSU erinnern, zum anderen aber auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen aufzeigen und kritisieren, die zur Entstehung des NSU und deren Morden führten. Denn auch 14 Jahre nach dem Mord an Enver Şimşek gilt weiterhin: Das Problem heißt nach wie vor Rassismus.
Deswegen finden am 9.9.2014 folgende Kundgebungen statt:
Kundgebung am Tatort des Mordes an Enver Şimşek, Liegnitzer Straße, ab 12.45 Uhr
Da die Kundgebung am Tatort zur Tatzeit durchgeführt wird und der Erinnerungsaspekt im Vordergrund steht, wird um entsprechendes Verhalten gebeten. Partei(jugend)fahnen und ähnliche Kundgebungsutensilien sind nicht erwünscht.
Für die gemeinsame Anfahrt zum Kundgebungsort wird es zwei Treffpunkte geben. Menschen die mit dem Fahrrad zum Kundgebungsort fahren wollen, treffen sich um 12 Uhr am Nelson-Mandela-Platz. Für Menschen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anfahren, gibt es einen Treffpunkt an der U-Bahnhaltestelle Langwasser Süd um 12.15 Uhr.
Kundgebung vor der Nürnberger Jakobswache, Jakobsplatz, ab 18 Uhr
Vor der Jakobswache soll Kritik an gesellschaftlichem und institutionellem Rassismus, an der Ermittlungsarbeit und die Kriminalisierung der Betroffenen nach außen getragen werden.
Aufruf für den 9.9.:
Am 9.9.2000 ermordete der Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) Enver Şimşek, weil er – wie der überwiegende Teil der späteren Opfer – nicht ihrer Vorstellung von dem entsprach, was deutsch ist.
Wir rufen dazu auf, am Jahrestag des ersten Mordes des NSU auf die Straße zu gehen, um der Ermordung Enver Şimşeks zu gedenken und um eine Auseinandersetzung über die gesellschaftliche Verantwortung für die Entstehung des NSU und dessen ungestörtes Morden und die Aufklärung der Beteiligung staatlicher Organe daran einzufordern.
Seit November 2011 ist bekannt, dass diese Taten nicht, wie Politik, Polizei Medien und die deutsche Gesellschaft elf Jahre lang wie selbstverständlich annahmen, durch „kriminelle Ausländer“ begangen wurden, sondern durch deutsche RassistInnen.
Die Entstehung des NSU kann nicht ohne die deutschen Zustände der 1990er Jahre erklärt werden. Der erstarkende Nationalismus im Zuge und Nachgang der deutschen Einheit und die mit der Einheit einhergehende vollständigen Wiederherstellung der deutschen Souveränität resultierten in dem gesellschaftlichen Selbstverständnis „Wir sind wieder wer“. Der aufflammende Rassismus, befördert durch die politischen Eliten – genannt sei nur die „Das Boot ist voll“-Kampagne der CDU 1991 – kulminierte 1993 in der euphemistisch „Asylkompromiss“ genannten, faktischen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl. Erst vor diesem Hintergrund wird ersichtlich, wie sich Nazis als radikalste Vollstrecker des Volkswillens verstehen und ihr Selbstbewusstsein daraus ziehen konnten, das umzusetzen, wovon die Mehrheitsgesellschaft nur redete. In diesen gesellschaftlichen Zuständen konnten sich die militanten Nazis in der Bevölkerung bewegen wie die Fische im Wasser. Die bis jetzt bekannt gewordenen Mitglieder des NSU erfuhren allesamt ihre politische Sozialisation in diesem Klima.
Wie der Umgang mit der Mordserie des NSU zeigt, konnte sich die deutsche Gesellschaft auch nach dem Jahr 2000 trotz Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen nicht vorstellen, dass Menschen aus rassistischer Motivation heraus ermordet werden. Sonderkommissionen mit so bezeichnenden Namen wie „Bosporus“ und „Halbmond“ ermittelten in den „Döner-Morden“. Auch 70 Jahre nach Auschwitz und unbeirrt durch mindestens 184 Todesopfer rassistischer Gewalt seit 1990 hielt man an dem Bild fest: Deutsche tun so etwas eben nicht und haben so etwas noch nie getan.
Die Frage, warum der NSU unentdeckt morden konnte, verweist somit auf die Kontinuität des gesellschaftlichen Rassismus in Deutschland und damit auf die Mitte der Gesellschaft selbst.
Wer über Rassismus nicht reden will, der soll vom NSU schweigen!

Flugblatt zum Nürnberger CSD

Am 2.8. waren wir auf der Demo zum Nürnberger Christopher Street Day. Das Flugblatt, das wir dort verteilt haben, könnt ihr hier runterladen und nachlesen.