Tag Archiv für Kundgebung

Kein Vergeben, kein Vergessen – Aktionstag zum 14. Jahrestag der Ermordung von Enver Simsek

Am 9.9. wird, die Initiative „Das Schweigen durchbrechen“ aus Nürnberg zwei Kundgebungen im Gedenken an die Ermordung Enver Şimşek durchführen. Enver Şimşek wurde am 9.9.2000 das erste bekannte Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Während sich die Stadt hinter Phrasen und Symbolpolitik versteckt, will diese antifaschistische Initiative, zum einen an die Opfer des NSU erinnern, zum anderen aber auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen aufzeigen und kritisieren, die zur Entstehung des NSU und deren Morden führten. Denn auch 14 Jahre nach dem Mord an Enver Şimşek gilt weiterhin: Das Problem heißt nach wie vor Rassismus.
Deswegen finden am 9.9.2014 folgende Kundgebungen statt:
Kundgebung am Tatort des Mordes an Enver Şimşek, Liegnitzer Straße, ab 12.45 Uhr
Da die Kundgebung am Tatort zur Tatzeit durchgeführt wird und der Erinnerungsaspekt im Vordergrund steht, wird um entsprechendes Verhalten gebeten. Partei(jugend)fahnen und ähnliche Kundgebungsutensilien sind nicht erwünscht.
Für die gemeinsame Anfahrt zum Kundgebungsort wird es zwei Treffpunkte geben. Menschen die mit dem Fahrrad zum Kundgebungsort fahren wollen, treffen sich um 12 Uhr am Nelson-Mandela-Platz. Für Menschen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anfahren, gibt es einen Treffpunkt an der U-Bahnhaltestelle Langwasser Süd um 12.15 Uhr.
Kundgebung vor der Nürnberger Jakobswache, Jakobsplatz, ab 18 Uhr
Vor der Jakobswache soll Kritik an gesellschaftlichem und institutionellem Rassismus, an der Ermittlungsarbeit und die Kriminalisierung der Betroffenen nach außen getragen werden.
Aufruf für den 9.9.:
Am 9.9.2000 ermordete der Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) Enver Şimşek, weil er – wie der überwiegende Teil der späteren Opfer – nicht ihrer Vorstellung von dem entsprach, was deutsch ist.
Wir rufen dazu auf, am Jahrestag des ersten Mordes des NSU auf die Straße zu gehen, um der Ermordung Enver Şimşeks zu gedenken und um eine Auseinandersetzung über die gesellschaftliche Verantwortung für die Entstehung des NSU und dessen ungestörtes Morden und die Aufklärung der Beteiligung staatlicher Organe daran einzufordern.
Seit November 2011 ist bekannt, dass diese Taten nicht, wie Politik, Polizei Medien und die deutsche Gesellschaft elf Jahre lang wie selbstverständlich annahmen, durch „kriminelle Ausländer“ begangen wurden, sondern durch deutsche RassistInnen.
Die Entstehung des NSU kann nicht ohne die deutschen Zustände der 1990er Jahre erklärt werden. Der erstarkende Nationalismus im Zuge und Nachgang der deutschen Einheit und die mit der Einheit einhergehende vollständigen Wiederherstellung der deutschen Souveränität resultierten in dem gesellschaftlichen Selbstverständnis „Wir sind wieder wer“. Der aufflammende Rassismus, befördert durch die politischen Eliten – genannt sei nur die „Das Boot ist voll“-Kampagne der CDU 1991 – kulminierte 1993 in der euphemistisch „Asylkompromiss“ genannten, faktischen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl. Erst vor diesem Hintergrund wird ersichtlich, wie sich Nazis als radikalste Vollstrecker des Volkswillens verstehen und ihr Selbstbewusstsein daraus ziehen konnten, das umzusetzen, wovon die Mehrheitsgesellschaft nur redete. In diesen gesellschaftlichen Zuständen konnten sich die militanten Nazis in der Bevölkerung bewegen wie die Fische im Wasser. Die bis jetzt bekannt gewordenen Mitglieder des NSU erfuhren allesamt ihre politische Sozialisation in diesem Klima.
Wie der Umgang mit der Mordserie des NSU zeigt, konnte sich die deutsche Gesellschaft auch nach dem Jahr 2000 trotz Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen nicht vorstellen, dass Menschen aus rassistischer Motivation heraus ermordet werden. Sonderkommissionen mit so bezeichnenden Namen wie „Bosporus“ und „Halbmond“ ermittelten in den „Döner-Morden“. Auch 70 Jahre nach Auschwitz und unbeirrt durch mindestens 184 Todesopfer rassistischer Gewalt seit 1990 hielt man an dem Bild fest: Deutsche tun so etwas eben nicht und haben so etwas noch nie getan.
Die Frage, warum der NSU unentdeckt morden konnte, verweist somit auf die Kontinuität des gesellschaftlichen Rassismus in Deutschland und damit auf die Mitte der Gesellschaft selbst.
Wer über Rassismus nicht reden will, der soll vom NSU schweigen!

Aktiv werden gegen Nazis!

Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.

Aus dem Schwur der Überlebenden des KZ-Buchwald

66 Jahre nach der Befreiung Europas ist die Vernichtung des Nazismus und die Schaffung einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit leider immer noch nicht real.

Gerade in der Region Nürnberg folgt eine Nachricht über faschistische und neonazistische Aktivität der Nächsten.

Über Jahre mordete der “Nationalsozialistische Untergrund” in der ganzen BRD unter anderem drei mal in Nürnberg. Selbst offizielle Stellen vermuten nun das es Verbindungen der rechten Terrorzelle nach Nürnberg gab.

In Langenzenn hetzt das neonazistische Netzwerk “Freies Netz Süd” gegen das Jugendzentrum “Alte Post” und schlussendlich wird dort das Konzert “Bunt statt braun”, das von antifaschistischen Jugendlichen organisiert wird und von offiziellen Stellen abgesagt wird, und somit schließlich den Nazis in die Hände spielt.

In Fürth wird das Auto eines Aktivisten der “Antifaschistischen Linken Fürth” angezündet und die Polizei ist sich nicht sicherm ob es sich dabei um einen rechten Hintergrund handelt.

In Weißenburg und Umgebung tauchen Graffitis mit ganz offen nazistischen Inhalten auf. Auf das örtliche selbstverwaltete Jugendzentrum (JuZ), das seit Jahren aktiv gegen rechts ist, wird gesprayt: “Wir kriegen euch alle”. Dazu war auf der Internetseite der örtlichen Neonazikameradschaft zu lesen: “Das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen.” Kurze Zeit später wird nach einer Kundgebung das JuZ eben von diesen Neonazis mit Böllern und begalischen Fackeln angegriffen, ein “Nie wieder Faschismus”-Transparent verbrannt und zwei Menschen verletzt.

Zeitgleich sitzen immer noch Sebastian Schmaus, Anti-Antifaaktivist, und Ralf Ollert, Landes- und Bezirksvorsitzender der NPD, für die NPD-Tarnliste “Bürgerinitiative Ausländerstopp” im Nürnberger Stadtrat.

Mensch sieht, dass es ist im Moment wieder unglaublich wichtig ist aktiv Widerstand gegen Rechts zu leisten.

Daher rufen auf sich an folgenden Aktionen zu beteiligen:

9.12.2011, 16 Uhr: Mahnwache und Demo gegen rechten Terror in Nürnberg, Scharrerstraße, in der Nähe des Tatorts 2005

10.12.2011: Kundgebung  ”Naziterror stoppen! Verfassungsschutz abschaffen!”, Fürth (weitere Infos in Kürze)

10.12.2011, 17 Uhr: Kundgebung: Frei von Furcht in Deutschland leben – kein Platz für Neonazis!, Martin-Luther-Platz Weißenburg

 

Außerdem laden wir jeden ein, mit uns antifaschistischen Widerstand zu organisieren. Schaut einfach mal vorbei! Jeden zweiten Mittwoch, Humboldtstr. 104, Nürnberg, oder schreibt uns einfach mal eine Mail.

Mitmachen, Selbermachen, Faschismus kaputtmachen!

Kundgebungen gegen Nazi-Terror

southpark_antifa

Wir rufen auf sich an folgenden beiden antifaschistischen Aktionen teilzunehmen:

1. Morgen, der 24.November, um 18 Uhr findet eine Mahn- und Protestkundgebung auf dem Hallplatz statt, welche durch die VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) organisiert wird.

“Der Sumpf – Naziterrror in Verbindung mit dem sogen. Verfassungsschutz – wird von manchen Verantwortlichen zwar klein geredet. Aber er wird immer größer. Grund genug nicht nur zuzuschauen. (…) Kommt zuhauf. (Es wurde angeregt, Kerzen oder Ähnliches – jedenfalls eine Beleuchtung mit zu bringen. Dann sind wir besser sichtbar!)” (Quelle: VVN-BdA Nürnberg)

2. Am Freitag, den 09.Dezember, um 16 Uhr wird an der Scharrerstr. (in der Nähe des Tatortes von 2005)  eine Mahnwache gegen rechten Terror in Nürnberg stattfinden, welche von verschiedenen Organisationen u.a. dem Nürnberger Bündnis Nazistopp veranstaltet wird. Mehr Infos dazu in Kürze.